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Sinterterrassen, Höhlen & Kloster um Gutenberg

Heute geht es für uns nach Gutenberg – und dieses Mal habe ich einen ganz besonderen Grund für die Tour: Ralf war noch nie bei den Sinterterrassen. Das muss natürlich geändert werden! Ich möchte ihm dieses kleine Naturwunder unbedingt zeigen.

Wobei ich zugeben muss: Im Winter sind die Sinterterrassen noch spektakulärer. Wenn Eis und Wasser die Landschaft in bizarre Formen verwandeln, ist der Anblick einfach beeindruckend. Aber auch heute lohnt sich der Besuch allemal.

Auf schmalen Pfaden Richtung Krebsstein

Unser Ziel ist Krebsstein. Der Weg führt uns zunächst über einen schmalen Naturpfad, vorbei am Hölsternbröller, einer Karstquelle. Leider ist der Zugang zur Quelle aktuell gesperrt (Steinschlag). Also geht es ohne näheren Blick weiter bergauf.

Schon bald erreichen wir die Überreste des Klosters Heiligenberg. Viel ist von dem ehemaligen Franziskaner-Terziarenkloster aus dem Jahr 1456 allerdings nicht mehr übrig. Ein paar Mauerreste erinnern noch an die Geschichte dieses Ortes.

Der Weg führt weiter über offene Wiesen. Die ersten Herbstzeitlosen zeigen sich bereits und kündigen den nahenden Herbst an. Im Zickzack geht es weiter hinauf nach Krebsstein.

Und dann ist er da: der Wasserfels.

Der Fels fällt steil ab und eröffnet uns einen grandiosen Ausblick über die Landschaft. Hier heißt es erst einmal stehen bleiben, schauen und genießen. Phänomenal!

Höhlenabenteuer in Gutenberg

Nach diesem schönen Aussichtspunkt müssen wir ein kurzes Stück an der Straße entlang. Dann biegen wir rechts zur Gutenberger Höhle ab.

Und jetzt wird es etwas hektisch: Die letzte Führung des Tages startet in gerade einmal fünf Minuten. Das sollte doch zu schaffen sein!

Als wir ankommen, hat die Führung tatsächlich schon begonnen. Zum Glück ist das kein Problem. Die Führerin wiederholt für uns noch einmal die wichtigsten Informationen – und dann geht es hinein in die geheimnisvolle Unterwelt.

Die Gutenberger Höhle ist eine Klufthöhle, durch die wir geführt werden. Insgesamt passieren wir sechs größere Hallen. Überall entdecken wir faszinierende Sinterformationen und glitzernde Calcit-Kristalle.

Das Licht bringt die Strukturen wunderbar zur Geltung. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Zeit nötig war, damit diese Formen entstehen konnten.

Unsere Führerin kennt sich bestens aus und erzählt mit viel Wissen und Begeisterung über die Höhlen und ihre Entstehung. So macht eine Führung richtig Spaß! Eintritt 4 €/Erw. in bar.

Von einer Höhle zur nächsten

Nach der Gutenberger Höhle geht es direkt weiter zur Gußmannshöhle. Und auch hier kommen wir aus dem Staunen kaum heraus. Beeindruckende Tropfsteinformationen schmücken die Höhle und machen deutlich, welche faszinierende Welt sich direkt unter unseren Füßen verbirgt.

Wir schauen uns anschließend noch die Wolfsschluchthöhle an. Sie ist keine Schauhöhle und kann selbstständig besucht werden. Besonders eine große Tropfsteinformation fällt hier sofort ins Auge.

Dann heißt es für uns: wieder raus aus der Unterwelt und zurück auf den Wanderweg.

Zurück nach Gutenberg

Der Rückweg führt uns angenehm bergab. Auch die Querung des Bachlaufs ist heute problemlos – Wasser ist nicht vorhanden.

Schließlich erreichen wir wieder Gutenberg, durchqueren den Ort und stehen wenig später wieder am Ausgangspunkt.

Eine abwechslungsreiche Tour liegt hinter uns: Sinterterrassen, historische Klosterruinen, Herbstzeitlose, spektakuläre Ausblicke und gleich mehrere Höhlen – langweilig wird es auf dieser Wanderung definitiv nicht.

Tipp zum Parken

Der Parkplatz bei den Sinterterrassen war heute komplett belegt. Der Parkplatz bei den Höhlen war noch frei.

Ich verlinke euch beide Parkmöglichkeiten, damit ihr je nach Startpunkt und Auslastung flexibel seid.

5,9 km, 276 HM, 3,5 h mit Besichtigung

Liebe Grüße und ganz viel Spirit beim Wandern und Entdecken! Sabine und Ralf.

https://out.ac/IjpFqT

Gutenberger Höhle:

Die Höhle erstreckt sich über eine Gesamtlänge von rund 200 Metern und ist in sechs Hallen aufgeteilt, die durch hohe Spalten miteinander verbunden sind. Der markante, 17 Meter tiefe Höhlenvorplatz wird historisch auch als „Heppenloch“ bezeichnet. Bei Ausgrabungen nach ihrer Entdeckung im Jahr 1889 durch August Hedinger stieß man auf sensationelle eiszeitliche Fossilien. Neben Knochen von Höhlenbären, Bibern und Wisenten wurden hier auch die eiszeitlichen Überreste eines Berberaffen sowie eines Alpenwolfs geborgen. Die Originalfunde lassen sich heute im Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart bewundern.

Gußmannshöhle:

Die Spalthöhle hat eine Länge von 91 Metern und besteht aus vier Hallen. Entdeckt wurde sie von Karl Gußmann im Jahr 1890. In den Jahren 1890/91 wurde sie ausgegraben. Die paläontologische Ausbeute war allerdings gering. Gefunden wurden einige Mammutbackenzähne und Zahnbruchstücke. Im Mai 1891 wurde die Gußmannshöhle der Öffentlichkeit als Schauhöhle übergeben. Bereits im selben Jahr wurde eine erste elektrische Lichtbogenbeleuchtung installiert, die jedoch aufgrund von Wartungsfehlern nach drei Monaten wieder entfernt werden musste. Eine dauerhafte elektrische Beleuchtung erhielt die Höhle schließlich im Jahr 1922.

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