⚠️ Achtung: Schwindelfreiheit erforderlich!
Die Levada Nova verläuft stellenweise direkt an steilen Felswänden entlang. Obwohl an einigen Abschnitten Drahtseilsicherungen angebracht sind, gibt es immer wieder schmale, komplett ungesicherte Wegstücke direkt am Abgrund. Für Menschen mit Höhenangst ist diese Wanderung daher nicht zu empfehlen. Auch die Geländer sind größtenteils beschädigt oder nicht mehr intakt. Hier ist besondere Vorsicht geboten!

Unser Start an der Igreja da Lombada
Wir finden einen kostenlosen Parkplatz an der Kirche Igreja da Lombada in der Gemeinde Ponta do Sol. Hinter der Kirche beginnt unser Wanderweg.

Zunächst führt uns der Weg an kleinen, liebevoll gepflegten Feldern vorbei. Wir können beobachten, wie die Menschen dort ihrer Feldarbeit nachgehen. Neben uns plätschert das Wasser gemächlich durch die Levada. Mit etwas Glück entdecken wir auch hier wieder Forellen im Wasser.


Immer wieder gibt es etwas knifflige Stellen, an denen ein Drahtseilgeländer fehlt. Die ungesicherten Abschnitte sind allerdings nur kurz und für mich noch gut zu bewältigen. Am Vormittag liegt der Weg größtenteils im Schatten, was die Wanderung angenehm macht.




Eine Pause mit Blick auf den Wasserfall
Am Ende dieses Levada-Abschnitts erreichen wir einen kleinen Picknickplatz. Von hier aus genießen wir den Blick auf einen rauschenden Wasserfall. Wir gönnen uns eine kurze Pause, bevor es weitergeht.


Anschließend überqueren wir den Bach und wandern bis zur Staumauer. Nun stehen wir vor der nächsten Entscheidung: Sollen wir den Wasserlauf über die Steine im Wasser queren oder über die Mauer balancieren?

Die Mauer ist breit genug, also entscheiden wir uns für diese Variante. Wir gehen hinüber, klettern eine Leiter hinauf und erreichen schließlich die Levada Nova.
Ich freue mich schon auf den Wasserfall, auf den ich besonders gespannt bin. Also los!
Die Levada Nova – wunderschön, aber nichts für schwache Nerven
Doch schon bald merke ich, dass dieser Abschnitt für mich zur echten Herausforderung wird. Der Weg ist zwar eben, aber an vielen Stellen ungesichert und führt direkt am Abgrund entlang.
Ich muss mich überwinden. Zum Glück habe ich gelernt, mit solchen Situationen umzugehen. Ich aktiviere meine bewährten Hilfsmittel und versuche, mich Schritt für Schritt auf den Weg zu konzentrieren.


Endlich erreichen wir den Wasserfall. Er ist wirklich beeindruckend! Wir bleiben stehen, genießen den Anblick und lassen die besondere Atmosphäre auf uns wirken.
Anschließend laufen wir sogar hinter dem Wasserfall hindurch. Dieser Abschnitt ist gesichert, sodass ich mich endlich etwas entspannen kann. Das ist eine willkommene Erleichterung!
Dunkler Tunnel und die letzten Kilometer
Doch die nächste Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten. Vor uns liegt ein längerer Tunnel. Im Inneren ist es feucht, und von der Decke tropft Wasser herunter.


Danach wird mir bewusst, was noch vor mir liegt: ungefähr drei Kilometer Levada-Weg, fast ohne Drahtseilsicherungen.


Ich muss noch einmal all meinen Mut zusammennehmen. Schritt für Schritt gehe ich weiter und schaffe es tatsächlich bis zum Ende. Trotzdem kann ich mich über diesen Erfolg kaum freuen. Die Anspannung war einfach zu groß, und die fehlende Sicherung hat mir zu viel abverlangt.
Für Ralf hingegen ist der Weg problemlos zu bewältigen. Wir erleben dieselbe Wanderung, nehmen sie aber ganz unterschiedlich wahr.
Unser Fazit zur Levada Nova
Nach dieser aufregenden Tour haben wir uns erst einmal einen Kaffee in einem kleinen Café verdient. Zum Glück ist es von dort nicht mehr weit bis zurück zum Auto.
Die Levada Nova begeistert mit ihrer üppigen Vegetation, den gepflegten Feldern und vor allem dem beeindruckenden Wasserfall. Die Möglichkeit, hinter dem Wasserfall hindurchzulaufen, ist ein besonderes Erlebnis.
Für mich persönlich war die Wanderung allerdings eine große Herausforderung. Die vielen ungesicherten Wegabschnitte haben mir deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen zu kennen und ernst zu nehmen.
Mein Tipp: Wer unter Höhenangst leidet oder sich auf schmalen, ungesicherten Wegen unwohl fühlt, sollte auf diese Tour lieber verzichten. Die Landschaft ist wunderschön, aber sie ist es nicht wert, sich selbst in eine Situation zu bringen, in der man sich nicht mehr sicher fühlt.
Für Ralf war es eine tolle Wanderung – für mich eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde.


8,9 km, 375 HM, 4 h mit Stops
Liebe Grüße und ganz viel Spirit beim Wandern und Entdecken! Sabine und Ralf.
Gabriele Kapp 18. Oktober 2026
WOW, Nervenkitzel , grandiose Eindrücke und mega Anstrengung alles zugleich ! Man bekommt selbst Gänsehaut !
Vielen Dank für diesen beeindruckenden und ehrlichen Reisebericht !
Wie immer eine große Bereicherung, und jeder ganz besonders !