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Vereda do Túnel do Cavalo PR 6.6, Madeira

Heute steht eine etwas ungewöhnliche Wanderung auf unserem Plan: Es geht zum rund 800 Meter langen Kavallo-Tunnel.

Wir sind früh unterwegs und haben Glück – auf dem Parkplatz bekommen wir problemlos einen kostenlosen Stellplatz.

Mein Tipp: Bucht euer Permit rechtzeitig über das Portal des IFCN beziehungsweise SIMplifica. Gerade bei beliebten Wanderwegen auf Madeira empfiehlt es sich, die Reservierung frühzeitig vorzunehmen. Das sollte man auch unbedingt machen, denn wer ohne gültiges Ticket erwischt wird, muss mit einer Strafe von 50 € pro Person rechnen.

Der Einstieg zum Wanderweg ist gut beschrieben und schnell gefunden. Zunächst geht es ganz gemütlich über einen breiten Waldweg in Richtung Tunnel. Noch sieht alles nach einer ganz normalen Wanderung aus. Doch dann stehen wir vor dem Tunneleingang.

Unsere Stirnlampen sind schnell eingeschaltet. Im Tunnel selbst gibt es kein Licht. Es ist dunkel, etwas feucht und kühl – und zugegeben, ein bisschen mulmig ist mir schon.

Ralf läuft voraus. Ich hinterher. Nach ein paar Metern gewöhnen sich die Augen langsam an die Dunkelheit. Dann entdecken wir in der Ferne einen kleinen Lichtpunkt. Er kommt langsam näher. Tatsächlich sind es andere Wanderer, die uns entgegenkommen. Kurz frage ich mich, ob es im Tunnel wohl eng wird, aber das ist überhaupt kein Problem. Der Tunnel ist zwar nicht besonders breit, aber zum Ausweichen reicht der Platz.

Wir laufen weiter und nach einer Weile macht der Tunnel einen Knick. Und plötzlich sehen wir am Ende wieder Tageslicht.

Für die etwa 800 Meter brauchen wir ungefähr 12 Minuten. So lange klingt das eigentlich gar nicht, aber durch die Dunkelheit fühlt es sich doch ein bisschen länger an. Wer Platzangst hat, sollte sich allerdings gut überlegen, ob er sich diese Erfahrung zutraut.

Wir entscheiden uns heute, es etwas ruhiger angehen zu lassen, und machen uns bergauf in Richtung Restaurant. Auf dem Weg heißt es allerdings: Augen auf! Immer wieder hängen Äste ziemlich tief über den Weg.

Hinter dem Restaurant wird es dann richtig ruhig. Hier können wir die Aussicht in aller Ruhe genießen. Vor uns liegt eine wunderschöne Landschaft in unzähligen Grüntönen. Wir bleiben eine Weile sitzen und lassen die Natur einfach auf uns wirken.

Für den Rückweg nehmen wir denselben Weg. Diesmal gehört uns der Tunnel ganz allein. Mit unseren Stirnlampen geht es wieder durch die Dunkelheit – und irgendwie fühlt sich der Tunnel jetzt entspannt an.

Unterwegs begegnen uns nur wenige andere Wanderer. Bevor wir endgültig zurück zum Auto gehen, machen wir noch einen kleinen Abstecher zu einem Wasserfall.

Eine wirklich abwechslungsreiche Wanderung geht damit zu Ende. Der Cavalo-Tunnel war definitiv das Highlight – ein bisschen dunkel, ein bisschen kühl und mit einer kleinen Portion Gänsehaut. Genau solche besonderen Erlebnisse bleiben uns von einer Wanderung am längsten in Erinnerung.

4,3 km, 183 HM, 2 h mit Stops

Liebe Grüße und ganz viel Spirit beim Wandern und Entdecken! Sabine und Ralf.

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