
Unsere Wanderung beginnt an der Waldau und führt uns nach Degerloch – genauer gesagt zur „Zacke“, der historischen Zahnradbahn die uns direkt zum Marienplatz bringt.


Die Beschilderung der Rundwanderung ist zwar stellenweise etwas rätselhaft, doch unser Navi weist uns den Weg. Der Start ist bei den berühmten „Stäffele“ zur Karlshöhe.


Hier erwartet uns ein steiler Aufstieg über schier endlose Stufen, vorbei an prächtigen Jugendstilvillen und modernen Häusern.

Oben angekommen belohnt uns der Karlspark mit einer atemberaubenden Aussicht: die Stuttgarter Innenstadt und der Fernsehturm scheinen zum Greifen nah.


Der Park selbst lädt zum Entdecken ein, mit versteckten Plätzen und ruhigen Ecken, die wie kleine geheime Rückzugsorte wirken.



Unser nächstes Ziel ist der Aussichtspunkt am Hasenbergsteig, wir blicken in Richtung Westen.


Auf dem „blauen Weg“ führt uns der Pfad durch eine idyllische Landschaft, in der die Stadt plötzlich ganz weit weg scheint. Der Ausblick öffnet sich nun in Richtung Süden.


Wandern wir wirklich noch in Stuttgart – oder sind wir längst auf der Schwäbischen Alb angekommen?


Vorbei an der wildromantischen Ziegelklinge erreichen wir schließlich die Heslacher Wand.



Hier überqueren wir die Gleise der Bahn- und U-Bahnlinien und gelangen bald zur Standseilbahn, die liebevoll „Witwenrutsche“ genannt wird. Ein nostalgisches Erlebnis, das uns oben auf dem Waldfriedhof aussteigen lässt.






Ein Moment der Stille, bevor wir weiter durch den dichten Wald am Rand von Degerloch streifen.





Die ersten Weinberge rücken ins Sichtfeld, ein weiterer grandioser Ausblick auf den Stuttgarter Talkessel eröffnet sich.



Vorbei an extravaganten Häusern gelangen wir zur Haltestelle Haigst und genießen den nächsten Höhepunkt: den Santiago-de-Chile-Platz. Die Aussicht ist hier noch einmal spektakulär. Diese Tour durch Stuttgart vereint Natur, Architektur und Geschichte in einer Weise, die einfach nur begeistert – absolut empfehlenswert!
7,5 km, 250 HM, 3,5 h mit Stops
Liebe Grüße und ganz viel Spirit beim Wandern und Entdecken! Sabine mit Stephan.
D’Heslacher Blaustrümpfler
Einer Sage nach sollen die Heslacher anno 1519 den vertriebenen württembergischen Herzog Ulrich verraten haben. Nach seiner Rückkehr habe dieser befohlen, alle Heslacher müssten fortan blaue Strümpfe tragen. Seither tragen die Heslacher den Spitznamen „Blaustrümpfler“.
Die Zahnradbahn: Im Volksmund liebevoll „Zacke“ oder auch „Zacketse“ genannt, pendelt sie zwischen dem Stuttgarter Marienplatz und dem Stadtbezirk Degerloch. Noch heute ist die „Bahn zur schönen Aussicht“ mit ihrem herrlichen Blick auf den Stuttgarter Talkessel die meistgenutzte und einzige im städtischen Linienverkehr eingesetzte Zahnradbahn Deutschlands. Sie wurde 1884 nach sensationell kurzer Bauzeit von knapp vier Monaten eröffnet. Heute ist die Zacke 2,2 Kilometer lang und überwindet mit maximal 30 Stundenkilometern eine Steigung von bis zu 17,8 Prozent und 205 Höhenmetern.
Die Seilbahn: Ein historisches Schmuckstück und unverzichtbares Nahverkehrsmittel ist die Seilbahn. Sie war in Deutschland die erste Seilbahn mit automatischer Steuerung. Noch heute sind die Wagen von 1929 mit der rotbraunen Außenhaut aus Teakholz, den Emailleschildern, dem Holzrost auf dem Boden und den drei kleinen Abteilen mit Holzbänken im Einsatz. Auf der 536 Meter langen und bis zu 28,2 Prozent steilen Strecke überwindet die Seilbahn eine Höhendifferenz von 87 Metern. Jeder der beiden Standseilbahnwagen bietet 64 Fahrgästen einen Platz. 2004 wurde die Seilbahn umfassend modernisiert.